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Fast jeder kennt das Gefühl von Erschöpfung nach harter Arbeit. Für viele ist es normal, dass der Job so viel Einsatz und Konzentration fordert. Man ist dann am Ende des Tages nicht mehr zu viel in der Lage, außer sich auf die Couch zu legen.

Wer in seinem Berufsleben Erfüllung findet und weiß, etwas Sinnvolles getan zu haben, kann sich nach anstrengenden Phasen wohlverdiente Entspannung nach Feierabend und am Wochenende gönnen. Dann wird Kraft für die nächste Woche getankt.

Aber was ist, wenn die Ruhepausen immer kürzer werden und man trotz eines stressigen Tages keinen Schlaf findet? Wenn man das Gefühl hat, man handelt nur noch wie ein Roboter und in der Freizeit nichts mehr richtig genießen kann? Wenn Schlafprobleme und Gereiztheit in Verbindung mit dem Arbeitsleben zunehmend den Alltag beherrschen, kann es sein, dass man am Burnout-Syndrom leidet.

Was ist Burnout?

Ein Burnout wird von Medizinern nicht als eigenständige Krankheit eingestuft, dafür sind die individuellen Beschwerden zu unterschiedlich und vielfältig. Daher gilt es als Syndrom, also als eine Kombination unterschiedlicher geistiger und körperlicher Symptome. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Burnout als „berufsbezogenes Phänomen“, welches von drei Merkmalen gekennzeichnet ist:

  • Erschöpfungs- und Übermüdungsgefühlen
  • Negativen Gefühlen und einer geistigen Distanziertheit gegenüber der Arbeit, bis hin zu ausgeprägtem Zynismus
  • Verminderte Effizienz im Beruf

Der Verlauf dieser Beschwerden ist meist stufenweise. Anfangs ist der Betroffene besonders engagiert im Arbeitsalltag, fühlt sich aber durch die ständige Belastung häufig müde. Dies ist etwa der Fall, wenn es zwischen stressigen Phasen im Job kaum noch Pausen gibt und ein „Notfall“ den nächsten jagt.

Eines der ersten Zeichen auf dem Weg in den Burnout ist, wenn man sich auch nach längeren Ruhezeiten nicht entspannt fühlt. Diese Müdigkeit wird im weiteren Verlauf des Syndroms chronisch, dazu kommen Gereiztheit und innere Unruhe. Viele entwickeln eine Gefühllosigkeit gegenüber der Arbeit, „funktionieren“ nur noch und entfremden sich von anderen Menschen. In der letzten Phase häufen sich dann die Konzentrationsmängel, ein klarer Leistungsabfall auf der Arbeit wird immer deutlicher. Letztlich kann es zur Arbeits- bzw. Berufsunfähigkeit kommen, die Monate oder Jahre dauern kann.

Burnout oder Depression?

Viele der Burnout-Beschwerden ähneln denen von Depression und anderen psychischen Leiden. Allerdings sind Burnouts immer durch Überarbeitung gekennzeichnet, während Depressionen viele andere Ursachen haben können. Eine Depression kann zudem eine Teilerscheinung eines Burnouts sein oder die Folge davon. Experten warnen davor, diese Zustände gleichzusetzen. So besteht etwa die Gefahr, dass ein depressiver Patient Hilfe in Form von Wellness-Angeboten oder einem längeren Urlaub sucht, während seine Krankheitsursachen viel tiefer liegen.

Die Begriffe Burnout und Depression werden zudem sozial leider häufig unterschiedlich bewertet. So wird Burnout mehr mit erbrachter Leistung in Zusammenhang gebracht und Depression mit geistiger Schwäche – was natürlich nicht der Realität entspricht, beides sind psychische Leiden, die jeden treffen können.

Wenn Sie also an depressiven Stimmungen, Schlafstörungen oder Erschöpfungszuständen leiden, suchen Sie sich in jedem Fall professionelle Hilfe. Schildern Sie ihre Symptome zunächst Ihrem Hausarzt. Dieser kann sie dann an einen Psychologen oder andere Spezialisten verweisen.

Jeder Berufstätige kann „ausbrennen“

Der Begriff Burnout wurde das erste Mal in den 1970er Jahren vom deutsch-amerikanischen Psychologen Herbert Freudenberger verwendet, der bei klinischem Personal regelmäßig Erschöpfungszustände durch Überarbeitung beobachtete. Noch heute gelten soziale Berufe, wie Arzt, Krankenpfleger, Lehrer und Pfarrer als besonders risikoreich für Burnout. Aber auch Berufsanfänger können schon Burnout-Symptome zeigen.

Im Prinzip kann Burnout in jedem Beruf und jedem Unternehmen vorkommen. Besonders betroffen sind Persönlichkeiten, die sich sehr leidenschaftlich in ihre Arbeit einbringen und sich damit identifizieren. Sie ignorieren oft anfängliche Warnsignale und machen um der Arbeit willen trotz Erschöpfung weiter. Es kann also Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Führungskräfte treffen.

Wie beugt man vor?

Hat man das Gefühl, der Job verlangt einem zu viel ab, ist es ratsam, Anpassungen bei der Work-Life-Balance zu machen. Es ist angebracht, dies auch mit dem Arbeitgeber zu besprechen, wenn man glaubt, sich durch die Arbeit gesundheitlich zu schaden. So sollte der Feierabend auch wirklich ein Ende des Arbeitstages bedeuten, in dem man sich gedanklich von den Aufgaben im Job löst. Experten empfehlen, seine Freizeit so angenehm wie möglich zu gestalten und zu genießen – sei es gemütlich alleine oder mit Freunden abseits vom Arbeitsplatz. Selbstverständlich ist es wichtig, sich Zeit für ausreichend Schlaf einzuräumen, auf gesunde Ernährung und regelmäßige sportliche Betätigung zu achten.

Übungen wie Meditation, Achtsamkeit oder autogenes Training sind leicht zu erlernen und sorgen regelmäßig ausgeführt erwiesenermaßen für bewusste Entspannung und geistige Fitness. Solche Techniken können jedem Berufstätigen nutzen, egal ob überarbeitet oder nicht. Auch Burnout-Betroffene in fortgeschrittenen Stadien sollten Entspannungsübungen ergänzend zu einer Therapie machen.

Für Abwechslung vom Alltag im Büro und vor den Displays können Spaziergänge in der Natur Wunder wirken. Ob im Wald oder im Park, das bloße Betrachten von Pflanzengrün und dem Lauschen von Vögeln und Blätterrauschen hat alleine schon eine beruhigende Wirkung. Dazu kommt die gesunde Luft, die in Wäldern reich gefüllt mit Sauerstoff und pflanzlichen Botenstoffen ist, die unser Immunsystem stärken. Waldspaziergänge sind erwiesenermaßen stresslindernd und werden in asiatischen Ländern sogar regelmäßig von Ärzten gegen Überarbeitung verschrieben.

Keine Angst vor einer Therapie

So vielfältig wie die Symptome und Ausprägungen des Burnout-Syndroms sind, sind auch die Therapiemöglichkeiten. Dabei sollte man sich nicht auf die Behandlung der körperlichen Symptome beschränken, etwa durch Schlafmittel, sondern sich möglichst im Rahmen einer gezielten Therapie mit den Ursachen der Beschwerden auseinandersetzen. Kosten für Psychotherapien werden von den Krankenkassen übernommen, wenn der Hausarzt dies empfiehlt.

Bei einer kognitiven Verhaltenstherapie erfährt der Betroffene, welche Gewohnheiten ihn daran hindern, sich vollständig entspannen zu können. Er lernt, sein Verhalten so anzupassen, dass er Arbeit und Freizeit besser organisiert bekommt und sich schädigende Gewohnheiten abgewöhnt. Bei der tiefenpsychologisch orientierten Therapie und Psychoanalyse wird hingegen eher darauf geschaut, wo die seelischen Ursachen für die Probleme liegen und wie der Patient diese am besten verarbeiten kann.

Krankschreibung bei Burnout

Wer nicht rechtzeitig handelt und die Symptome eines Burnouts ignoriert, muss damit rechnen, zeitweilig arbeitsunfähig zu werden. Wenn die Beschwerden überhandnehmen, kann der Hausarzt oder Psychologe eine Krankschreibung für längere Zeit ausstellen. Diese Auszeit sollte zur dringend nötigen Entspannung genutzt werden. Gleichzeitig sollte man sich einer Therapie unterziehen, damit es in Zukunft nicht wieder zu schädlicher Überarbeitung kommt.

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