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Mit einem hohen Sparzins, einer sicheren Planung und staatlichen Förderungen gab es lange Zeit fürs Bausparen viele gute Gründe. Durch die seit 10 Jahren anhaltende Niedrigzinsphase ist der Bausparvertrag als reine Geldanlage aber unattraktiv geworden. Dennoch hat der Bausparvertrag als Finanzprodukt noch nicht ausgedient. Bausparen kann sich zum Erwerb von Eigentum durchaus noch lohnen.

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Warum gibt es Bausparen überhaupt?

Viele Menschen wünschen sich ihre eigenen vier Wände, können sich dieses Eigentum aber nicht leisten. Auf diese hohe Summe zu sparen würde meistens viel zu lange dauern. Damit sich zum Beispiel junge Familien früher ihr Wohn-Eigentum leisten können, wurde der Bausparvertrag erfunden.

Bausparen, beziehungsweise eine Bausparkasse, funktioniert im Prinzip wie eine Bank: Es wird von vielen Menschen Geld gespart, um dieses dann wieder zu verteilen. Beim Bausparen wird die eingesammelte Summe an einzelne Bausparer in Form von Bausparverträgen verteilt – natürlich nur an die, die bereits in den Topf der jeweiligen Bausparkasse eingezahlt haben.

Ansparphase, Zuteilungsphase, Darlehnsphase – so funktioniert ein Bausparvertrag

Bei einem Bausparvertrag gibt es drei Phasen: Die Sparphase, die Zuteilungsphase und die Darlehnsphase. Bei der Sparphase leistet der Bausparer Einzahlungen. Er spart also beispielsweise monatlich eine bestimmte Summe. Diese Ansparphase dauert mindestens vier und maximal 15 Jahre. Meistens sind es sieben bis acht Jahre. So entsteht nach und nach ein Guthaben, auch Eigenkapital genannt.

Sind 40 bis 50 Prozent der geplanten Darlehnssumme erreicht, ist der Bausparvertrag zuteilungsreif. Für die Zuteilungsreife gibt es je nach Bausparkasse und Bausparvertrag weitere Kriterien, wie z.B. eine vertraglich vereinbarte Mindestsparzeit und eine ausreichende Bewertungszahl.

Nach der Zuteilung folgt die Darlehnsphase. Hier bekommt der Bausparer dann einen Kredit, mit dem er sein Haus oder eine Sanierung finanziert.

Die Vorteile des Bausparens in der derzeitigen Niedrigzinsphase

Die Zinsen auf diese Darlehen sind derzeit äußerst niedrig und damit sind auch die Kredite sehr günstig. Das gilt natürlich auch für andere Kredite, also z.B. von Banken. Insofern bietet hier Bausparen nur bedingt einen Vorteil. Wer aber langfristig denkt, kann sich mit dem Bausparen zuverlässig niedrige Zinsen sichern, egal was am Kapitalmarkt passiert.

Denn möglicherweise ist die Niedrigzinsphase in den nächsten Jahren irgendwann wieder vorbei. Dann würden auch die Zinsen für Bankkredite oder Bauspardarlehen wieder steigen. Wer also heute schon weiß, dass er in rund 10 Jahren bauen oder sanieren will, kann sich mit einem Bausparvertrag die momentan sehr niedrigen Zinsen und damit ein äußerst günstiges Darlehen sichern.

Staatliche Förderung und Prämien

Zudem gibt es mit der Arbeitnehmersparzulage, der Wohnungsbauprämie und der Riester-Förderung gleich drei verschiedene staatliche Zuschüsse. Für jede einzelne dieser Förderungen sind verschiedene Voraussetzungen gegeben, aber in der Regel lässt sich mindestens eine dieser drei staatlichen Förderungen nutzen.

Ein weiterer Vorteil des Bausparens ist, dass in der Regel in der Darlehensphase Sondertilgungen ohne zusätzliche Kosten möglich sind. Das ist zumindest nicht bei jedem Kredit der Fall. Bekommt der Bausparer also eine Steuerrückzahlung oder eine Prämie von seinem Arbeitgeber, kann er diese Summe zur Darlehnstilgung nutzen. Er ist schneller entschuldet und zahlt weniger Zinsen.

Die Vorteile des Bausparens sind also eine langfristige und planbare Zinssicherheit, die staatliche Förderung und kostenfreie Sondertilgungen. Natürlich hat das Bausparen aber auch Nachteile.

Bausparverträge eignen sich momentan nicht mehr als reine Geldanlage

Der größte Nachteil eines Bausparvertrags sind derzeit die niedrigen Zinsen. Diese sind zwar in der Darlehensphase ein Vorteil, in der Ansparphase aber ein Nachtteil. In der Regel liegt der Zinssatz in der Ansparphase unter der Inflationsrate und damit rechnet sich der Bausparvertrag als reine Geldanlage im Gegensatz zu früher nicht mehr. Deshalb sollten unter den derzeitigen Bedingungen nur die Verbraucher einen Bausparvertrag abschließen, die das Darlehen auch wirklich innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre benötigen, z.B. um damit eine Immobilie zu finanzieren.

 Ein weiterer Nachteil ist die Planungsunsicherheit bei der Darlehnszuteilung. Zwar muss das Darlehen nach der Zuteilungsreife innerhalb von sechs Monaten ausgezahlt werden – es gibt aber keinen Rechtsanspruch auf ein bestimmtes Datum. Will also der Bausparer zuverlässig am 1.1.2020 ein Haus kaufen, kann es sein, dass er den Termin nicht halten kann, weil das Darlehen noch nicht verfügbar ist. Allerdings gibt es dafür sogenannte Zwischenfinanzierungen.

Ein weiterer Nachteil beim Bausparvertrag ist natürlich die Abschlussgebühr. Sie beträgt in der Regel 1 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme. Verbraucher zahlen also bei einer Bausparsumme von 200.000 Euro und bei einer Abschlussgebühr in Höhe von 1,2 Prozent insgesamt 2.400 Euro. Es kann somit sein, dass Sie erst einmal zwei Jahre „sparen“, um letztendlich die Abschlussgebühr zu tilgen – und erst dann Ihr Eigenkapital aufbauen.

Fazit: Niedrige Zinsen für morgen sichern lohnt sich

Bausparen lohnt sich momentan vor allem bei einer langfristigen Planung. Wer also heute schon weiß, dass er in 5 bis 10 Jahren eine Wohnung oder ein Haus kaufen will oder eine Sanierung finanzieren möchte, sollte sich die momentan äußerst niedrigen Zinsen sichern. Damit ist der Bausparvertrag eine Art Absicherung, dass später die Zinsen steigen. Als Anlageform oder als reine Geldanlage lohnt sich ein Bausparvertrag aber nicht.

  • Tipps und Tricks: Bausparen für Fortgeschrittene

  • Mit diesen Tipps wird Ihr Bausparvertrag noch lohnenswerter
    • Tipp 1: Beträgt Ihr Bauspardarlehen unter 30.000 Euro, braucht die Bausparkasse hierfür keinen Grundbucheintrag. Damit bleibt der erste Grundrang frei. Das wiederum bedeutet, dass Sie als Bausparer bei anderen Fremdkapitalgebern bessere Konditionen erhalten, also z.B. längere Laufzeiten und / oder niedrigere Zinsen.
    • Tipp 2: Als Immobilien-Besitzer können Sie Ihren Bausparvertrag als Instandhaltungsrücklage nutzen. Auch hier wird kein Grundbucheintrag fällig. Zudem ist eine Modernisierung meistens nicht so kostenintensiv wie der Erwerb von Eigentum. Deshalb werden die Bausparverträge schneller zuteilungsreif. Die Laufzeit der Ansparphase ist kürzer und Sie sind dadurch flexibler.

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