LV1871 - Sterbegeld Plus - Rechner

Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 900.000 Menschen; an unheilbaren Krankheiten zum Beispiel, bei Unfällen oder infolge eines plötzlichen Schlaganfalls. Andere kommen durch exzessiven Drogenkonsum ums Leben oder werden Opfer von Kriminalverbrechen. Oder sie schlafen nach einem langen, erfüllten Leben einfach friedlich ein. So individuell unser Leben ist, so individuell ist auch das Sterben jedes einzelnen Menschen. In einem sind dann aber doch alle gleich: im Tod, der das endgültige Ende eines jeden Sterbeprozesses markiert.

Scheintot sein – eine Urangst des Menschen

Ist der Tod einmal eingetreten, ist er endgültig. Und doch scheint es Fälle, beziehungsweise Zustände menschlichen Seins zu geben, in denen nicht ganz klar scheint, ob der Tod tatsächlich unwiderruflich eingetreten ist. Wann ist ein Mensch wirklich tot? Wenn er nicht mehr atmet? Wenn kein Puls mehr zu spüren ist? Wenn sein Herz aufgehört hat zu schlagen? Die verschiedenen Begrifflichkeiten, die im deutschen Sprachgebrauch kursieren, befeuern die Vermutung und damit die Unsicherheit vieler Menschen, dass tot sein vielleicht doch nicht immer gleich bedeuten muss, dass man wirklich tot ist: Da ist vom „Klinischen Tod“ die Rede, vom „Hirntod“ oder dem „Biologischen Tod“. Worin liegt der Unterschied, fragt man sich da zu Recht.

Tatsächlich sind viele verunsichert. Kaum eine Angst des Menschen ist größer, als jene, fälschlicherweise für tot erklärt zu werden, nur „scheintot“ zu sein, um einen weiteren Begriff in den Ring zu werfen. Die Vorstellung, bei lebendigem Leib begraben zu werden, gehörte viele Jahrhunderte lang zu den Urängsten der Menschen.

Klare Antworten der modernen Medizin

Heute besteht kein Anlass mehr dazu, sich von solchen Horrorszenarien Angst einflößen zu lassen. Die Medizin ist so weit fortgeschritten und das Wissen und die Erfahrung um die Funktionalitäten des menschlichen Organismus so weit ausgereift, dass Experten auf die Frage, wann ein Mensch tatsächlich tot ist, ganz klare Antworten haben. Unwiderruflich tot ist ein Mensch dann, wenn entweder der Motor oder aber die Steuerzentrale des Körpers irreparabel ausfallen.

1. Herztod: Wenn der Motor versagt

Wenn Herzschlag und Atem ausfallen und damit der Kreislauf versagt, spricht man auch vom „Klinischen Tod“. Deshalb, weil sich jene lebensnotwendigen Vitalfunktionen mit medizinischen Geräten nicht mehr messen lassen. Ein plötzlicher Herzstillstand muss aber nicht bedeuten, dass ein Mensch endgültig tot ist. In manchen Fällen kann das Herz reanimiert werden, etwa durch eine Herzdruckmassage oder einen Defibrillator. Der Wiederbelebungsversuch muss jedoch innerhalb weniger Minuten nach dem Herzstillstand erfolgen. Ist die Reanimation erfolgreich, kann ein Mensch sogar wieder ganz gesund werden. Gelingt es nicht, das Herz wieder zum Schlagen zu bringen, ist der Tod nicht mehr aufzuhalten: Der Körper wird nicht mehr mit Blut versorgt, die Organe versagen. Nach nur drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoff erleidet auch das Gehirn irreparable Schäden und stoppt seine Funktion als Kontrollinstanz.

2. Hirntod: Wenn die Steuerzentrale ihren Dienst aufgibt

Das menschliche Gehirn wird in der Medizin in drei verschiedene Teilbereiche gegliedert: Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm. Gemeinsam bilden sie die Steuerzentrale des Organismus. Von hier aus werden sämtliche Körperfunktionen koordiniert und kontrolliert. Während das Großhirn vor allem für die Verarbeitung von Informationen und Sinneseindrücken zuständig ist und damit Dinge wie Lernen, Denken und Erinnern möglich sind, übernimmt das Kleinhirn die Steuerung von motorischen Bewegungen. Der Hirnstamm wiederum regelt die Atmung.

Damit das Gehirn arbeiten kann, wird es durch Blutgefäße ständig mit Energie und Sauerstoff versorgt. Kommt es hierbei zu einer Unterbrechung, etwa im Fall einer Hirnblutung, Durchblutungsstörung oder Schädel-Hirnverletzung, werden Hirnzellen zerstört. Hält die Unterbrechung an, fallen sämtliche Hirnfunktionen unwiederbringlich aus. Lange Zeit sprach man in so einer Situation dann vom „Hirntod“.

Heute gilt dieser Begriff allerdings als veraltet, weil er Interpretationsspielraum offen ließ. Naturwissenschaftlich-medizinisch korrekt wird der nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm deshalb heute als „irreversibler Hirnfunktionsausfall“ oder auch als „unumkehrbarer Ausfall der gesamten Hirnfunktionen“ bezeichnet. Beide Bezeichnungen meinen dasselbe: Die Steuerzentrale des Körpers hat seinen Dienst unwiederbringlich eingestellt. Der Mensch ist tot, eine Rückkehr ins Leben ausgeschlossen.

Stirbt das Gehirn, stirbt auch der Körper

Schon kurze Zeit nach Ausfall der Hirnfunktionen kommt auch das Herz-Kreislauf-System zum Erliegen. Die Atmung setzt aus, die Körperzellen werden nicht mehr mit frischem Blut und Sauerstoff versorgt und sterben ab, Stoffwechselvorgänge wie etwa der Salz-Wasserhaushalt geraten außer Kontrolle, die Organe stellen ihre Funktion ein, das Gewebe zerfällt. Lediglich für eine begrenzte Zeit von Stunden bis wenigen Tagen kann die Herz-Kreislauffunktion durch intensivmedizinische Maßnahmen, sprich durch künstliche Beatmung und Zugabe bestimmter Medikamente, weiter aufrechterhalten werden. Dies wird beispielsweise gemacht, wenn dem Verstorbenen ein Organ transplantiert werden soll. In diesem Fall untersuchen zwei Fachärzte unabhängig voneinander im Abstand von 24 Stunden, ob tatsächlich sämtliche Hirnfunktionen unumkehrbar ausgefallen sind, zum Beispiel, indem sie bestimmte Reflexe des Körpers auf verschiedene Reize überprüfen.

Mindestens einer dieser beiden Ärzte muss ein Experte auf dem Gebiet der Neurologie oder Neurochirurgie sein. Stirbt ein Kind, muss einer der beiden Ärzte zusätzlich ein Kinderarzt sein, da hier eventuell Besonderheiten eines noch nicht ausgereiften Nervensystems berücksichtigt werden müssen. Die Diagnostik muss dabei exakt nach den Richtlinien der Bundesärztekammer erfolgen. Erst, wenn der irreversible Ausfall der gesamten Hirnfunktionen festgestellt wurde, darf die Transplantation eines Organs durchgeführt werden.

Genau dieser Punkt wird in letzter Zeit aber immer wieder kontrovers diskutiert. So sind viele Menschen, darunter übrigens auch Mediziner, mittlerweile der Auffassung, dass ein Mensch erst dann wirklich tot ist, wenn auch der stufenweise Prozess seines körperlichen Zerfalls, also der gesamte Sterbeprozess, nach dem Ausfall aller Hirnfunktionen abgeschlossen ist – eine Betrachtung aus ethischen Überlegungen und persönlichen Wert-Auffassungen heraus.

Am Ende steht der Biologische Tod

Der Mensch ist ein Geschöpf der Natur. Hat der Körper alle Funktionen eingestellt, beginnt sein Zerfall. Der Begriff „Biologischer Tod“ beschreibt genau das: den Zersetzungsprozess organischen Materials, das einst einem lebendigen Wesen als physische Hülle diente. Dass der biologische Tod eingesetzt hat, lässt sich bereits nach etwa 20 bis 30 Minuten feststellen. Denn dann zeigen sich bläulich-rote Flecken am Leichnam – sogenannte Totenflecke.

Da das Blut nicht mehr durch den Körper gepumpt wird, sammelt es sich vor allem an den Stellen, auf denen der Leichnam liegt, etwa am Rücken. Bereits nach wenigen Stunden setzt die Totenstarre ein. Hierbei verhärten die Muskeln. Etwa 48 Stunden später lockert sich die Starre wieder, da Muskelfasern schnell zerfallen. Danach werden Bakterien und Enzyme aktiv, die den Körper zersetzen – die letzte Stufe des Sterbeprozesses setzt ein.

Infografik: Herztod oder Hirntod?

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