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Menschen suchen ihr Leben lang nach Antworten. Sei es zur Entstehung der Welt, der Frage nach dem Sinn des Lebens oder wie es nach dem Tod weitergeht. Wie die Welt entstanden sein muss, wurde mittlerweile umfassend wissenschaftlich erforscht. Doch beim Leben nach dem Tod stößt die Wissenschaft an ihre Grenzen. Das Thema bleibt eine Frage des Glaubens und der Religion. Jede der fünf Weltreligionen hat davon ihre ganz eigenen Vorstellungen. Unser Beitrag liefert Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Fakten.

Das Christentum

Wie sich Christen ein Leben nach dem Tod vorstellen, zeigt sich in der Bibel und dem Glaubensbekenntnis. Drei Tage nach seiner Kreuzigung ist Jesus von den Toten auferstanden und in den Himmel aufgefahren. Seitdem ist der Glaube an das ewige Leben ein fester Bestandteil des Christentums.

Gläubige Menschen, die ein Leben nach christlichen Moralvorstellungen lebten, kommen nach ihrem Tod in den Himmel. Es gibt jedoch keine einheitlichen Vorstellungen, wie es dort aussieht. Das Neue Testament beschreibt den Himmel als einen Ort, an dem die Menschen Gott begegnen. Im Alten Testament wurde er mit dem Paradies gleichgesetzt - dem Ort, den Adam und Eva verlassen mussten, nachdem sie sich den Verboten Gottes widersetzt hatten.

Auch nach heutigem Glauben werden Sünder und schlechte Menschen bestraft. Statt zu Gott zu gelangen, werden sie in die Hölle verbannt. Am Tag des Jüngsten Gerichts werden die guten und schlechten Taten eines Menschen abgewogen. So entscheidet Gott darüber, wer in den Himmel und wer in die Hölle kommt.

Das Judentum

Im Judentum wird weniger über den Tod gesprochen, als in anderen Religionen. Das Leben vor dem Tod spielt eine viel wichtigere Rolle. Der Tod wird deshalb als Übergang zwischen dem irdischen und dem ewigen Leben angesehen.

Darüber, was nach diesem Übergang geschieht, gehen die Meinungen der Juden weit auseinander. Viele Juden glauben an die Auferstehung. Anders als im Christentum sind im jüdischen Glauben vor Gott alle Menschen gleich. Die Hölle gilt als eine Art Zwischenstation, in der die Seelen der Sünder auf ihrem Weg zu Gott gereinigt werden. Die Angehörigen eines Verstorbenen beten regelmäßig, um Gott gnädig zu stimmen und den Verstorbenen bei seiner Seelenreinigung zu unterstützen.

Der Islam

Muslime sehen den Tod als einen Übertritt in eine weitere Ebene des Lebens. Wie in vielen anderen Religionen hat sich die Unterscheidung zwischen dem Paradies und der Hölle auch im Islam verbreitet. Muslime glauben, dass sie nach dem Tod über eine Brücke gehen, die zum Paradies führt. Diese ist nur für diejenigen breit genug, die ein Leben nach muslimischen Werten gelebt haben. Alle anderen fallen hinunter in die Hölle.

Der Körper und die Seele der Verstorbenen werden durch den Todesengel Izrail getrennt. Der Todesengel entscheidet darüber, ob der Verstorbene eine gute oder eine schlechte Seele hat. Gute Menschen werden vor ihrem Eintritt in den Zwischenbereich in die sieben Himmel vor Gott gebracht.

Schlechten Menschen wird bereits vor dem ersten Himmel der Eintritt verwehrt. Ob die Sünden bestraft werden, entscheidet sich vor einem Zwischengericht. Dort werden den Seelen Fragen zu ihrem Glauben gestellt. Wenn sie diese richtig beantworten, wartet auf sie bis zum Tag des Jüngsten Gerichts ein Leben im Paradies. Bei einer falschen Antwort droht ihnen die Hölle.

Der Hinduismus

Der Hinduismus ist eine von vielen Religionen, die an eine Reinkarnation glaubt. Nach dem Tod wird die Seele eines Menschen in einem anderen Lebewesen wiedergeboren. Welche Gestalt diese annehmen wird, hängt vom Karma ab – der Summe aller positiven, aber auch negativen Taten und Gedanken.

Tod und Wiedergeburt sind im Glauben der Hindus ein ewiger Kreislauf. Dieser Kreislauf, den sie als Samsara bezeichnen, wird als großes Leid angesehen. Denn die Reinkarnation in bestimmten Lebewesen zählt als Strafe für schlechte Taten oder Eigenschaften.

Der Kreislauf der Reinkarnation wird durch Moksha erreicht. Moksha bedeutet, dass die Seele erlöst und von allen Begierden befreit wird. Durch die Erlösung erlischt sie letztendlich, was für die Hindus als höchstes Lebensziel gilt.

Der Buddhismus

Da sich der Buddhismus aus dem Hinduismus entwickelt hat, lassen sich zwischen den Jenseitsvorstellungen der beiden Religionen einige Parallelen erkennen.

Auch Buddhisten glauben an Samsara – den Kreislauf der Reinkarnation. Anders als bei den Hindus endet der Kreislauf der Buddhisten im Nirwana. Dieses wird erreicht, wenn die Seele frei von Wahn, Gier und Hass ist.

Für das Nirwana gibt es kein einheitliches Bild. Es beschreibt keinen Ort. Es resultiert auch nicht im Erlöschen der Seele, wie es bei den Hindus der Fall ist. Es ist vielmehr die höchste Bewusstseinsstufe, die eine Seele erreichen kann. Buddha selbst erreichte diesen Zustand bereits zu Lebzeiten. Doch auch Buddhisten glauben daran, dass das Erreichen des Nirwana die Voraussetzung für ein Erlöschen der Seele ist.

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